Newsletter September 07

Neu: Rezensionen bei Unternehmen Lyrik

Liebe Leserinnen und Leser,

spät und gerade noch im September - erscheint der aktuelle Newsletter rund um das Thema "Überarbeitung und Kritik". Meine Homepage wird sich in den nächsten Wochen erweitern und Ihnen mehr Service bieten. Heute startet in diesem neuen Rahmen eine Kolumne mit Rezensionen. Sie finden zukünftig in unregelmäßigen Abständen Informationen und Besprechungen von Gedichtbänden oder lyrikbezogenen Sachbüchern. Den Anfang macht Reiner Kunzes "lindennacht": Günter Ott (Augsburger Allgemeine Zeitung) hat seine Besprechung zum jüngsten Werk Kunzes zur Verfügung gestellt.

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame und inspirierende Lektüre!

1. Lyrik Online: Verdichten Schritt für Schritt
2. "Poetik in Stichworten" - ein Standardwerk zum Nachschlagen
3. Von der Erstausgabe zur Ausgabe letzter Hand und darüberhinaus
4. Neuer Service: Rezensionen unter www.unternehmen-lyrik.de

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1. Lyrik Online: Verdichten Schritt für Schritt

Zwei Tage lang überarbeiten und feilen Sie im Online-Lyrikkurs am 27. bis 28. Oktober Ihre Gedichttexte. Das Wochenendseminar bietet Ihnen dabei vor allem die Möglichkeit, Ihre Texte im KollegInnenkreis vorzustellen und zu diskutieren. Da es oft schwierig ist, Kritik und Anerkennung in Worte zu fassen, die über ein bloßes Gefallensurteil hinausgehen, gibt Ihnen der Kurs Werkzeug zur Hand, wie Sie Texte einordnen und konstruktiv einschätzen. Das schärft nicht nur allgemein Ihren Blick auf die Machart von Gedichten, sondern stärkt auch Ihr dichterisches Selbstbewusstsein. Denn indem Sie exakt aussprechen können, was Ihnen an einem - eigenen oder fremden - Gedicht gefällt oder stört, lernen Sie auch Ihr Werk gegenüber anderen zu vertreten. Kritik erweist sich als hilfreiches Instrument und verliert ihren verletzenden Stachel. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Gedichte oder "Gedichtrohlinge" auf den Prüfstand zu stellen und mit neuen Impulsen an die Überarbeitung zu gehen.

Weitere Informationen finden Sie hier

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2. "Poetik in Stichworten" - ein Standardwerk zum Nachschlagen

Welche Reimfolge ist bei einem Sonett einzuhalten, welches Metrum legen Sie einer Ode zugrunde. Nicht nur bei so speziellen Fragen ist es nützlich, ein Nachschlagwerk zur Hand zu haben. Vom Stilmittel über den Strophenbau bis zu den unterschiedlichen Gedichtformen finden Sie die nötigen Informationen, die sich bei der Überarbeitung Ihres Gedichtes ergeben können, im Taschenbuchformat knapp, aber präzis zusammengestellt: Poetik in Stichworten (Hg. Ivo Braak und Martin Neubauer) geht dabei über die bloße Lyrik hinaus. Auch als Erzählerin oder Romanschreiber haben Sie Gewinn mit diesem Grundlagenbuch.

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3. Von der Erstausgabe zur Ausgabe letzter Hand und darüberhinaus

Erstausgaben, Ausgaben letzter Hand, historisch-kritische Ausgaben, Studienausgaben - was wir als vermeintlich unumstößlichen Vers eines Dichters lesen, geht oft auf die Entscheidung eines Herausgebers zurück. Daher ist es gut, zumindest bei den Büchern von inzwischen verstorbenen AutorInnen genauer hinzuschauen, auf welchen Prinzipien eine Textausgabe beruht.

Erstausgaben stehen für einen Text in seiner ursprünglichen Veröffentlichungsform. So können Sie z.B. Johann Wolfgang Goethes Die Leiden des jungen Werthers in solcher Fassung von 1774 auch heute noch als entsprechenden Nachdruck kaufen. Bei Dichtern unserer Zeit ist die Erstausgabe - gerade bei Lyrikern, deren Werk in der Regel in niedriger Auflage gedruckt wird - oft nach einigen Jahren vergriffen. Findet man, zumal wenn der Bekanntheitsgrad der AutorInnen inzwischen gestiegen ist, im Antiquariat solche Bände -, haben sie in der Regel an Wert zugenommen.

Ausgaben letzter Hand übernehmen - nach dem Tod des Autors - die zuletzt erarbeitete Fassung eines Textes. Die Werkausgabe Bertolt Brechts (Suhrkamp Verlag), die von Elisabeth Hauptmann zusammengestellt wurde, beruht beispielsweise auf diesem Prinzip. Man geht davon aus, dass mit der letzten Korrektur des Autors auch der Text durch ihn entsprechend autorisiert ist. Im Gegensatz zum oft spannungsvollen frühen Text ist die späte "ausgereifte" Fassung gedruckt. Das Werk wird so in der Perspektive einer "Vollendung" erfasst. Bei Brecht,, der zeit seines Lebens seine Texte veränderte, wird so nur ein Teil seines Schaffens vermittelt, der Werkprozess bleibt außer acht.

(Historisch-)kritische Ausgaben sind langwierige Unternehmungen und meist universitären Forschungsursprungs. Aufgrund ihres Aufwands bleiben sie (toten) DichterInnen von "Rang und Namen" vorbehalten. Alle Fassungen eines Textes werden bei dieser Ausgabe herangezogen und in ihren Unterschieden erfasst. Die Entstehungsgeschichte, biografische Details, Bezüge zu Zeitgenossen und zum Umfeld kommen hinzu, Kommentare ergänzen die Texte. Ablesbar werden in solchem Überblick die Arbeitsweise der DichterInnen, ihre Auseinandersetzung mit dem Werk und seiner Wirkung.
Eine gute Zwischenlösung gegenüber den - wegen der zahlreichen Varianten oft sperrig zu lesenden - historisch-kritischen Ausgaben bieten Studienausgaben, die ebenfalls mehrere Fassungen eines Textes abdrucken und die mit einem Kommentarteil ausgestattet sind. Das dichterische Werk Georg Trakls passt hier als gutes Beispiel.

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4. Neuer Service: Rezensionen unter www.unternehmen-lyrik.de

Rund um die Lyrik, ob Gedichtband oder Sachbuch - mit einem speziellen Service informiert Sie www.unternehmem-lyrik.de über Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt und erleichtert Ihnen mit Rezensionen - von KollegInnen oder aus eigener Feder - die Auswahl. Es lohnt sich, in Zukunft immer wieder vorbeizuschauen. Lesen Sie hier zum Auftakt die Besprechung zu Reiner Kunzes "lindennacht".

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Im Oktober erfahren Sie, wer beim Cento-Spiel gewonnen hat. "Knifflig, aber mit viel Spaß" - danke für Ihr Feedback und Ihr engagiertes Mitmachen beim Städteraten. Ich freue mich auf das Lose-Ziehen!

Herzliche Grüße
Ihre
Michaela Didyk

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