Galerie-Lesung

Werkstatt und öffentliche Lesung in Wien

© Angelika Stumvoll: Körper

1. bis 3. Oktober 2011 - "Körper Welten Körper"

Lyriklesungen sind anspruchsvoll. Hier reicht es nicht, ein Romankapitel auszuwählen und es gut vorzutragen. Vielmehr kommen einzelne, in sich abgeschlossene und teils extrem kurze Texte zur Sprache; sie sollen das Publikum erreichen, ohne es vorschnell zu ermüden. Die Konzentration, die ein Gedicht benötigt, ist höher, keine Handlung lässt den Atem anhalten, reißt in ihrem Fortgang mit. Lyrik setzt andere Schwerpunkte, um die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer/innen wach zu halten. Sie braucht Pausen, in denen die Worte nachhallen, die poetischen Bilder ihre Tiefe entfalten können.

Keine Lesung ohne Grundkonzept

Musik oder Kunst paaren sich gerne mit Gedichten. Sie schaffen, richtig dosiert, Freiräume, in denen die Aufnahmefähigkeit für die vorgetragenen Texte weit bleiben kann. Dennoch ist erst ein Grundkonzept, das die Gedichte in einen Spannungbogen bringt und gegenüber den Nachbarkünsten genügend abgrenzt, die Basis einer gelungenen Lesung.
Unter dem Motto "Körper Welten Körper" entsteht ein solches Lesungskonzept in der Wiener Lyrik-Werkstatt. Die Bilder von Angelika Stumvoll, die in der Wiener Galerie "Der Kunstraum" gezeigt werden, dienen als thematischer Rahmen. Einige Gedichte, die bis zum Oktober zu einzelnen Gemälden noch geschrieben werden können, nehmen direkt auf die Ausstellung Bezug. Texte aus dem Fundus der Teilnehmer/innen, die nach eigener Auswahl in das Seminar mitgebracht werden, wachsen im Verlauf der drei Kurstage zu einem spannenden Themenmosaik zusammen. In der Gruppenlesung bietet sich die Gelegenheit - und zugleich Herausforderung -, die verschiedenen Schreibstile und lyrischen Blickwinkel auf das malerische Thema von Körper und Welt, Ganzheit und Detail vielstimmig "unter einen Hut" zu bringen und den Lesungsabend zu strukturieren.

Das Kursziel unterschiedlicher Lesungskonzepte -

© Angelika Stumvoll: Einhorn

Doch der Kurs will noch mehr. Um auch im Anschluss das aufbereitete Konzept in neuer Formierung weiterverwenden zu können, werden entsprechende Alternativen weiterentwickelt.
Was muss für eine Radiosendung oder CD hinzukommen, die einzig auf Stimme und Ton bauen? Wie kann der rote Faden für eine Einzellesung weitergeknüpft werden? Ließe sich der Spannungsbogen auch in gleicher Besetzung der Lesenden an einem anderen Ort realisieren? Wie verändert ein neues Ambiente und das damit verbundene Publikum ein Lesungskonzept?

- und Ihr weiterer Lyrikweg in die Öffentlichkeit

Sie erarbeiten in diesem Drei-Tage-Kurs nicht nur ein Konzept für die aktuelle Gruppenlesung in Wien, sondern machen dieses - in einer zweiten Version - flexibel für Ihren eigenen Einsatz zu späterem Zeitpunkt. Im gegenseitigen Austausch kommen neue Ideen und weitet sich Ihr Know-how. Ihr Vortragsrepertoire wächst; in der Vernetzung eröffnen sich häufig weitere Lesungsmöglichkeiten.
Die öffentliche Lyriklesung in Wien bringt Ihnen Erfahrung mit einem - kunst-, literatur- und soziokulturell gemischten - Publikum und kann in der Resonanz zum Meilenstein auf Ihrem Lyrikweg werden.

Organisatorische Details

© Angelika Stumvoll: Zwei Körper

Die Lesungs-Werkstatt ist auf höchstens fünf Teilnehmer/innen ausgerichtet. Sie richtet sich vorrangig an Autorinnen und Autoren, die mit literarischem Anspruch schreiben und ihren Weg in die Öffentlichkeit zielstrebig angehen. Es werden Gedichtproben vorab erbeten.
Während der Galerie-Lesung ist ein direkter Bezug auf die Zeichnungen und Gemälde möglich und auch angedacht. Wenn Sie zwei bis drei Gedichte zur Ausstellung schreiben möchten und es zeitlich können, erhalten Sie bei Anmeldung gerne vorab eine CD mit Bildern zur Auswahl.

  • Termin: 1. bis 3. Oktober 2011, jeweils 9.30 Uhr bis 18 Uhr. Die öffentliche Lesung findet im Anschluss an das Seminar am Montagabend, 3. Oktober, statt.
  • Ort: Der Kunstraum, 1050 Wien (für Lyrik-Werkstatt und Lesung; Details nach Anmeldung)

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