Newsletter Juni 2010

"die rache der sprache ist das gedicht" (Ernst Jandl)

Liebe Leserinnen und Leser,

"die rache der sprache ist das gedicht". Dieser Satz stammt von Ernst Jandl, dessen Todestag sich am 10. Juni zum zehnten Mal jährt. Der Wiener Dichter brach ab den 1960er Jahren mit seinen Wortspielen und seinen Performances provozierend in "hehre Lyrikwelten" ein. Seine Gedichte wurden und werden noch immer bei der Lektüre, beim Hören zum Erlebnis. Einige Kostproben von Ernst Jandls Lesungen finden Sie auf dessen Seite unter dem Menuepunkt "Archiv", dann "Video" Mein Favorit ist unschlagbar Hosi.
Generell um alternative Wege der Lyrik geht es im heutigen Rundbrief.

Zuvor gibt es allerdings nach der langen Newsletter-Pause einige Informationen aufzuholen:

Viel Vergnügen bei der heutigen Lektüre!

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1. Gedicht-Installationen im Hildesheimer "LyrikPark 2010"
2. Im Kontakt zur Muse: Der dichterische Erfolg im Fokus
3. Roughbooks - Urs Engeler auf neuen Verlagswegen
4. Die tägliche Dosis Poesie

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1. Gedicht-Installationen im Hildesheimer "LyrikPark 2010"

Vom 18. bis 20. Juni findet der zweite LyrikPark 2010 auf dem ehemaligen und inzwischen als Park genutzten Marienfriedhof in Hildesheim statt. Unter dem Motto "Beständigkeit und Wandel" wird die Vergänglichkeit thematisiert. Das bezieht sich auch auf die Installationen und Projekte, die ausgestellt sind. Wetterfest oder dem Verfall bewusst preisgegeben - so werden unter Einbeziehung aller Künste die Gedicht-Objekte offen in der Natur gezeigt. "Von Lyrik-Schwalben bis zur Flaschenpost, von poetischen Anpflanzungen bis zu offenen oder versteckten Installationen in Büschen und Bäumen, von Klanginstallationen bis zu magischen Worten, die in den Himmel wachsen; alles ist möglich im LyrikPark", heißt es in der Ausschreibung des ungewöhnlichen Kulturprojekts. Das Wort soll nicht - wie üblich - nur Beiprogramm sein, "sondern umgekehrt vielmehr selbst zum ästhetisch begreifbaren Objekt" werden.

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2. Im Kontakt zur Muse: Der dichterische Erfolg im Fokus

Wer glaubt, schamanisches Arbeiten sei abgehoben, irrt. Die moderne Wissenschaft entdeckt heute, was Wissende seit Jahrhunderten praktizieren. Klare Zielorientierung und Eigenverantwortlichkeit sind zentrale Punkte der Bewusstwerdung und Persönlichkeitsentwicklung. Das trifft auch auf den Teilbereich Ihrer Dichterkarriere zu. Die Kursreihe "Im Kontakt zur Muse" verbindet altes Wissen mit den Methoden modernen Selbstmanagements. Der Gewinn der Kombination liegt in der ganzheitlichen Ausrichtung, die auch ungewohnte Perspektiven zulässt - für die Vermarktung von Lyrik ein wichtiger Punkt.
Der Jahreszeit gemäß geht der Sommerkurs vom 9. bis 11. Juli in Lindenbühl (Schweiz) der Frage nach Ernte und Fülle nach. Wie erden sich Träume, zunächst in Wünsche, dann in konkrete Ziele "herabgebrochen", und bringen den ersehnten Erfolg im Schreiben, in Publikation oder Auftritt? Die Herausforderung liegt darin, die Kraft zu bündeln und zu halten, auch wenn Widerstände das anvisierte Ziel zu zerschlagen drohen.
In der Kleingruppe erarbeiten Sie am Seminarwochenende Ihren "Schaltplan" für ein dichterisches Ziel. Medizinrad und Krafttier, die Inspirationskraft der Natur zeigen Ihnen in der Praxis Mittel und Wege, die Sie in Ihren Unternehmungen stärken und beflügeln. Natürlich kommt auch das Schreiben nicht zu kurz.

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JUNI & JULI IM ÜBERBLICK - UNTERNEHMEN LYRIK:
WERKSTÄTTEN UND ONLINE-KURSE

10. Juni: BeGEISTert Dichten - Die fünf Elemente: Im Spiel mit Wasser und Woge
19. Juni: online Lektorat - Am Bild feilen
24. Juni: Schreibnacht online: Zeitläufte - "die ziffer/ blätter tätowiert" (Albert Ostermaier)
9. bis 11. Juli: Dichten im Kontakt zur Muse - Die Fülle der Umsetzung. Lindenbühl, Schweiz
20. Juli: BeGEISTert Dichten - Die fünf Elemente: Die Sprache des Windes
22. bis 25. Juli: Lyrikthemen online - Verse schmieden, bis die Funken schlagen. Liebesgedichte I
29. Juli: Schreibnacht online: Gaumenfreuden - "sie nippen aus dünnen tassen" (Doris Runge)

Vorschau:
12. bis 14. November: Stadtgedichte Venedig: Perle und Spiegel. Muranos Glaskunst
Jederzeit möglich ist der Einstieg in das halbjährige Lyrik-Training Abonnement.

Herunterzuladen ist ab sofort auch das neue Kursprogramm für die zweite Jahreshälfte.

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3. Roughbooks - Urs Engeler auf neuen Verlagswegen

Lyrik schreiben geht eng mit Lyrik lesen einher. Urs Engelers Zeitschrift Zwischen den Zeilen bietet dafür - nicht nur deutschsprachig, sondern auch als "Fenster zur Welt" (hochrangig übersetzt) - exzellenten Lektürestoff. Sein Verlagsprogramm Urs Engeler Editor besticht in gleicher Weise: So beispielsweise mit Fümms bö wö tää zää Uu. Stimmen und Klänge der Lautpoesie (Hg. Christian Scholz und Urs Engeler), einem in dieser Lyriksparte unverzichtbaren Kompendium, oder beim Stöbern durch die Einzelausgaben von Anna Achmatowa bis Oskar Pastior: Die Verlagsseite lädt zur Entdeckungsreise ein, von der man mit reichen Buchschätzen zurückkehrt.
Der hohe Lyrikanspruch bedeutet jedoch für den Verlag finanzielle Gratwanderung. roughbooks versteht sich daher als Experiment - auch zum Überleben. Im dazu gehörigen roughblog ist man nah am Geschehen, Urs Engeler gibt Einblick: "Mit Ideen und Konzepten zu den roughbüchern ging ich schon länger um, teils aus Lust auf Neues, teils aus Unzufriedenheit mit dem Alten. Sie hatten alle mit alternativen Vorstellungen zum herkömmlichen und überkommenen Büchermachen zu tun und betrafen die Form, die Gestaltung und Anmutung, die Herausgeberschaft, die Herstellungs- und Umsatzgeschwindigkeit, den Buchhandel, die Verbindung zum Internet, den Umfang, den Preis, …, alles also – und zugleich nichts, so lange kein Anfang gemacht war." (Zum ganzen Posting)
Der Zufall kam ins Spiel. Die Buchreihe 2010/11, die sich entwickelt, ist spannend. Ebenso lohnt der Blick auf die bereits erschienenen sechs Bände (auf die Menuepunkte weiterklicken). Elke Erbs "Meins" wird die nächsten Tage in meinem Briefkasten sein.

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4. Die tägliche Dosis Poesie

Wer arbeitet, braucht auch Ausgleich. Wie wäre es, wenn Sie den Tag mit einem Gedicht starten? Zumindest unter der Woche liefert Ihnen das kostenlose Abonnement von Lyrikmail das Sahnehäubchen zum Frühstück.
Vom alten Minnesänger bis zum Zeitgenossen ist die Auswahl bunt gemischt, die Initiator Gregor Koall in die Runde schickt. Auch im Buchformat ist die tägliche Dosis Poesie schon vorrätig. Drei Bände mit jeweils 100 Lyrikmail-Texten sind erschienen, der vierte "Ich wühlte gern hitzig in deinem Haar" ist angekündigt.

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Wie die Lyrik auch Kinder und Jugendliche begeistern kann, ist das Thema im Juli-Newsletter.
Neue Buchbesprechungen erleichtern Ihnen vielleicht die Auswahl Ihrer Urlaubslektüre. Interessante Hinweise zu Wettbewerben, Veranstaltungen im Literatur- und Kulturbetrieb lesen Sie auch in meinen Twitter-Meldungen. Dazu brauchen Sie keineswegs selber dort angemeldet sein. Wenn Sie selbst twittern, freue ich mich natürlich auf gegenseitiges "Verfolgen".
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer
Ihre
Michaela Didyk

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(c) Michaela Didyk M.A.
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Termine

12. bis 15. September

Lyrik-Themen online:
Im Transfer der Medien - Gedichte als Antwort auf Bild und Skulptur

30. September

Schreibnacht online:
Zeichensprache – „Krähen schreiben mit trägem Flügel/ eine Schrift in den Himmel“ (Günter Eich)

26. bis 27. Oktober

Lyrik-Lektorat online:
Die Praxis der Stilmittel

12. bis 14. November

Stadtgedichte Venedig
Perle und Spiegel. Muranos Glaskunst - Ein Schreibexperiment in Lyrik und Prosa

19. bis 21. November

Lyrik-Werkstatt:
Dichten mit den Musen III. Von der Ernte zur Traumsaat. Lindenbühl (Schweiz)

23. bis 24. November

Lyrik-Lektorat online:
Das Spiel mit der Form

25. November

Schreibnacht online:
Reflexion der Wortkunst – „Besonders schwer/ wiegen Gedichte nicht.“ (Hans Magnus Enzensberger)