Newsletter April 07
Nicht nur aus Katalonien und für Brasilien: Bücher auf dem Markt
Liebe Leserinnen und Leser,
auch wenn die Zeit verfliegt, hält der Welttag des Buches vielleicht eine Weile an und mischt den grauen Alltag bunt auf. Viel Spaß bei der folgenden Lektüre!
1. Katalanische Traditionen
2. Lesen und vorlesen
3. Ein Klassiker auf dem Buchmarkt
4. Bücher im Blick des Anderen
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1. Katalanische Traditionen
Rosen und Bücher gab es zum Weltbuchtag Anfang der Woche. Was die UNESCO für ihren jährlichen Gedenktag am 23. April übernahm, hat in Katalonien eine lange Tradition. Immerhin soll zumindest der Rosenbrauch bis ins 15. Jahrhundert zurückgehen. Dass jedoch auch Bücher und die Literatur in Katalonien ein reiches Erbe ausmachen, wird bei näherer Beschäftigung schnell deutlich. Im 12. Jahrhundert gab es bereits den ersten Text in die katalanische Sprache übersetzt. Aus dem Vulgärlatein entwickelt, wurde sie zunehmend als Schriftsprache verwendet.
Katalonien ist im Herbst Ehrengast der Frankfurter Buchmesse; auf der in Leipzig gab es bereits einen katalanischen Auftakt. Nach der Unterdrückung der Sprache während des Franco-Regimes blüht die Literatur wieder auf. Wer einen bebilderten Streifzug durch 800 Jahre katalanische Dichtung sucht, kann sich hier in die - inzwischen digitalisierte - Wanderausstellung des Institució de les Lletres Catalanes begeben.
Zur Lektüre lädt dagegen der neue Band vier nach. Katalanische Lyrik nach der Avantgarde aus dem Lyrik Kabinett München ein. Axel Sanjosé, selbst Lyriker, übersetzt und stellt in dieser zweisprachigen Ausgabe vier zeitgenössische Dichterkollegen vor: Enric Casasses, Eduard Escoffet, Arnau Pons und Víctor Sunyol zeigen in ihrer Unterschiedlichkeit das breite Spektrum katalanischer Poesie. Zumindest die beiden ersten können Sie auch auf lyrikline hören.
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2. Lesen und vorlesen
Die Stiftung Lesen versteht sich als "Ideenwerkstatt für alle, die Spaß am Lesen vermitteln wollen". Seit 1988 initiiert und unterstützt sie Projekte und Kampagnen, die das Lesen fördern. Unumstritten ist, dass das Vorlesen und Zuhören ein wichtiger Faktor für die geistige Entwicklung und die spätere Liebe zum Buch ist. So gibt es von der Stiftung Lesen nicht nur für den Hausgebrauch Praxistipps für Vorleser, sondern auch die Möglichkeit, als Vorlesepate ehrenamtlich Kindern Literatur nahezubringen. Vielleicht haben Sie Lust auf solches Engagement?
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3. Ein Klassiker auf dem Buchmarkt
Schullektüre oder Operntexte - das verband man früher mit den kaum postkartengroßen Bändchen des Reclam Verlags. Mit Goethes "Faust" war die "Universal-Bibliothek" 1867 in Leipzig gestartet, durchgestartet zum Erfolg. Denn jährlich erschienen 140 Nummern zu sensationell niedrigen Preisen. 1917 gab es die erste Preiserhöhung von 20 auf 25 Pfennig. Das Textangebot reichte von der Antike über die Klassiker bis zu Gegenwartsautoren. Die Rede zum hundertjährigen Verlagsjubiläum hielt Thomas Mann.
Inzwischen ist Farbe eingekehrt, knalliges Gelb für die Textbände, Rot für Fremdsprachentexte, Blau für Hintergrundwissen einzelner Stücke und Themen. Motivreihen zaubern sogar Bilder auf den Einband: bei den Gedichten zum Frühling oder Winter, zu Sonne und Meer beispielsweise.
Mit CD und Hörbüchern setzt der Verlag auf neue Medien. Wer schnell eine Textinterpretation benötigt, kann sie online erwerben und sofort herunterladen.
Im Sommer feiert der Verlag den 200. Geburtstag seines Gründers Anton Philipp Reclam. In den Buchhandlungen zeigt sich bereits, dass ihm zu Ehren ein spezielles Buchprogramm aufgelegt wird - auch für Lyriker. Das fast unscheinbare Buchformat öffnet einen Fundus an Wissen und hält mit gegenwärtigen Themen bestens Schritt.
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4. Bücher im Blick des Anderen
Auf die Literatur bezogen ist Deutschland ein "Importland". Daher will "Litrix.de" die deutsche Gegenwartsliteratur und ihre Übersetzung fördern. Von der Kulturstiftung des Bundes initiiert, vom Goethe-Institut in München in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse umgesetzt, werden jährlich etwa dreißig Titel - Belletristik, Sachbuch sowie Kinder- und Jugendbuch - ausgewählt und ins Englische bzw. eine Schwerpunktsprache übertragen. 2007/2008 liegt der Fokus der sprachlichen Vermittlung auf Brasilien. Der arabische Raum und China standen davor im Mittelpunkt.
Wer wissen möchte, welche Titel unsere Literatur im Blick der Anderen repräsentieren, ist mit der Website oder dem Newsletter von Litrix.de - deutsche Literatur online regelmäßig im Bilde.
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"Verstecke dich faul in die Fülle der Gräser.
Weil's wohltut, weil's frommt."
Mit solcher Anregung nach Joachim Ringelnatz wünsche ich Ihnen einen sommerlich grünen Maianfang und grüße Sie
herzlich
Ihre
Michaela Didyk
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