Die Gesetzmäßigkeit eigenen Handelns

"Treib ich das Rad meines Jahres / Den Rosen zu" (Marie Luise Kaschnitz)

Schamanische Schreibnacht | Mittwoch, 11. August 2021

Manche Menschen wünschen sich einen ewigen Kreislauf, andere glauben an linearen Fortschritt. Die goldene Mitte liegt in der Bewegung der Spirale, die zyklische Erfahrung mit dem Wagemut neuer Ziele verbindet. Was braucht es jedoch, um ein stets gleich drehendes Rad in andere Schwingung zu bringen? Welche Ressource liefert die Energie für einen nächst höheren Spiralring?

Ballonfahrer werfen Ballast ab, wenn sie aufsteigen wollen. Loslassen heißt es auch in der persönlichen Entfaltung, wenn Aufwind gewonnen werden soll. Das Überprüfen der eigenen Lebensregeln, ihre Gültigkeit und "Ablaufdauer" holen manchen Sand aus dem Getriebe, der eine schnellere Drehung und damit den Weg ins Neuland blockiert.

Die Lebensaufgabe erkennen

Normen, Verpflichtungen und Glaubenssätze lassen oft Schuldgefühle entstehen, die die Ausrichtung des eigenen Lebenswegs verzerren. Beweggründe und Bestrebungen sind teils überholt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Verhaltensmuster wiederholen sich. Häufig merken wir zwar, wie wir durch sie auf der Stelle treten, kommen aber nicht von der Fixierung los.

Im kosmischen Kreislauf ist Anfang August ein weiterer Festtag erreicht. Im Medizinrad ist es der Nordwesten, der zu neuer Erkenntnis einlädt. Diente die gegenüberliegende Position des Südostens im Februar dazu, die Rolle im Umfeld der Familie zu klären und unser "Selbstkonzept" zu verfeinern, so ermöglicht die aktuelle Himmelsrichtung, unseren Weg weiter freizuschaufeln. Die Lebensaufgabe rückt in den Mittelpunkt.

Eigenverantwortung übernehmen

Wir beginnen, die Auswirkungen unserer Handlungen zu sehen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Ernten wir, was Freude macht? Oder fühlen wir uns vom Schicksal ungerecht behandelt? Zahlen wir für etwas, das wir nicht verstehen? Das wir nicht wahrhaben wollen, schon längst beglichen haben oder regelmäßig als neue Last auftürmen?

Die schamanische Schreibnacht setzt Impulse, Rad und Rädchen zu begutachten, die uns auf unserem Weg antreiben. So lassen sie sich in ihrem Verlauf korrigieren, vielleicht sogar anhalten oder bisher unbeachtete kommen in Schwung. Die Spirale der Selbstverwirklichung gewinnt durch Einsicht an Höhe.

Bei dieser "Generalüberholung" der Lebensräder erhalten Sie inspirierende Unterstützung: Von Róža Domašcyna beispielsweise, die die Erstarrung steten Kreisens vermittelt: "Innen / sind wir nicht frei vom vorgefalzten muster". Oder von Marie Luise Kaschnitz, deren lyrisches Ich "brackiges Lebenswasser" schöpft, während es den Brunnen umkreist: "Ans Drehkreuz gespannt / Da geh ich rundum".

Auf in die Schreibnacht und am Rad gedreht!

Aufwärts geht es bei Ernst Meister, wenn die Vögel "in einer Spirale, / einer Spirale immerzu" fliegen. Rainer Maria Rilkes bekannte Gedichtzeile "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen" verweist auf Erfahrung und Einsicht. Hermann Hesse spricht von einer Verpflichtung: "Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe / Bereit zum Abschied sein und Neubeginne".

Geben Sie in der schamanischen Schreibnacht Ihrem Rad einen kraftvollen Schub! Rose Ausländer hält für diesen Antrieb eine "Lichtstrategie" bereit. Ich freue mich, wenn Sie Mittwoch, den 11. August 2021, beGEISTert mit dichten.

Falls Sie noch organisatorische Details brauchen, finden Sie diese auf der Startseite zur Schreibnacht. Zur direkten Buchung geht es gleich hier:

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