Revision - der Sprung in und über den Schatten

"tritt in das Bild ein und ergreif die Zügel!" (Günter Eich)

Schamanische Schreibnacht im Herbst | Mittwoch, 7. Oktober 2020

Zwischen Erntemond und Samhain (Halloween) ist es Zeit, sich auf die dunklen Monate einzustellen -, besonders in diesem Jahr mit 13 Monden. Die Revison im Herbst und Begegnung mit dem Schatten kann also ganz im Zeichen der magischen Dreizehn stattfinden.

Sie glauben, das sei ein schlechtes Omen? Mitnichten, wenn Sie die Kraft der zu Unrecht verpönten Zahl zu nutzen wissen.

Die Dreizehn - schlechtes Omen oder Ansporn, sich weiter zu entwickeln

Die viel geschmähte Dreizehn, die aus der Reihe tanzt, symbolisiert Umbruch und gleichzeitig Quantensprung. Mit ihr wird der in sich geschlossene Kreis der Zwölf aufgelöst. Ein neuer kosmischer Ton mischt sich ein, der erweitern will und das Bewährte in Frage stellt. Zwangsläufig liegt Chaos in der Luft, wenn es darum geht, Altes, auch bisher Vertrautes loszulassen, noch bevor sich neue Möglichkeiten deutlich abzeichnen.

Die Dreizehn verbindet sich so scheinbar mit der Unglücksfee, die Unvorhersehbares ins Spiel bringt und eine Menge aufwirbelt. Das weiblich archaische Denken nutzt jedoch die Qualität der Zahl, um aus dem auf Vollkommenheit fixierten Rad der Zwölf in die Wachstumsspirale zu wechseln. Die Dreizehn bedeutet, Rückschau zu halten, einerseits das Erreichte zu feiern und sich andrerseits auf einen noch ungewissen Zyklus einzustellen.

Wir haben diese diffuse Übergangsphase der Dreizehn vergessen wie die 13. Märchenfee, die, nicht eingeladen zum Fest, erzürnt auf ihrem Anspruch beharrt. Sie fordert Wandel und Tod, und sei er symbolisch, damit es - das Leben im weitesten Sinn - weitergeht. "tritt in das Bild ein und ergreif die Zügel!", ermuntert Günter Eich. Sind Sie bereit zur jetzt anstehenden Revision im Herbst und zum Wachstumssprung?

Die Revision im Herbst - Basis für den Sprung über den Schatten

Wie sieht Ihre Ernte aus? Haben sich Ihre im Frühjahr ausgeheckten Pläne realisiert? Sind Sie ans Ziel gelangt? Zum Feiern der Erfolge gehört zunächst das Prüfen: Welche Projekte lohnen sich, um weitergeführt oder ausgebaut zu werden? Hat etwas seinen Höhepunkt erreicht und sollte besser losgelassen werden? Was hat sich erschöpft oder erst gar nicht gelohnt? Wo ist die Essenz, die zur nächsten Stufe führt und dorthin mitgenommen werden kann?

Die Revision lässt auch in den dunklen Spiegel blicken. Wo haben Sie Ihre eigenen Vorhaben zu wenig ernst genommen und vorschnell aufgegeben? Welche Eigenschaft, auch Unterstützung von Außen wäre hilfreich, wenn sie zur Verfügung stünde und Sie sie auch annähmen? Können Sie Ihre Stärken akzeptieren oder verstecken Sie sie lieber?

Ilse Aichinger erinnert an die "Träume, / die [...] / auf der Rückseite der Gebirge / niedersteigen, im Schatten". Bei der Revision im Herbst verlieren Sie die Träume nicht aus den Augen. Im Gegenteil, da mag die Poesie zusammen mit dem Klang Leichtigkeit und Mut zum Neubeginn zusteuern: "Spring / über die Schatten / ins Mozartlicht", rät Rose Ausländer.

BeGEISTert dichten - auf in die schamanische Schreibnacht!

Beim BeGEISTerten Dichten am Mittwoch, den 7. Oktober 2020, sind Sie also zu Quantensprüngen eingeladen. Die Erfolge im kommenden Jahr wollen vorbereitet und in der dunklen Jahreszeit dem Traum übergeben werden.

Ich freue mich auf das gemeinsame Aussortieren der Saat. Vielleicht wird die Dreizehn zu Ihrer Glücksbotin. "Im offenen Himmel / Steigt auf / Der Stern aus Papier". Die Verse von Sarah Kirsch begleiten Sie durch die Schreibnacht.

Für die Teilnahme an der schamanischen Schreibnacht brauchen Sie kein Vorwissen, psychische Stabilität ist jedoch Voraussetzung.

Falls Sie noch organisatorische Details brauchen, finden Sie diese auf der Startseite der Schreibnacht. Zur direkten Buchung geht es gleich hier:

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