Wandelspiel mit Dichterworten

Für mich besteht der Genuß am Lyriklesen in der Spannung zwischen Erregung und Erkenntnis. Ein Gedicht ist für mich wichtig, wenn es eine Erschütterung (die auch durch Komisches hervorgerufen sein kann) meiner denkenden und fühlenden Beziehung zur Welt auslöst; wenn sich diese Erschütterung nach jedem Lesen neu herstellt, sich verwandeln und steigern kann und - trotz zunehmender Vertrautheit im Detail - mich das Gedicht stets von neuem überrascht und irritiert.

Kerstin Hensel: Das verspielte Papier: Über starke, schwache und vollkommen misslungene Gedichte. Luchterhand Literaturverlag. München 2014. S. 48

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