Italienische Reisen

29. Juni 2017 | Schreibnacht online

"Das muß man gesehen haben, / sage ich, / sonst kennt man Rom nicht"

(Rainer Malkowski)

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© SimoneGilioli | Fotolia

Bella Italia und dolce far niente - diese Ausrufe kommen schnell auf, wenn man im kühlen Norden Richtung Süden schaut.

"Das Land, wo die Zitronen blühn", dichtete Johann Wolfgang Goethe. Walter Höllerer schließt sich den Versen Mignons an. Aus dem "Eselkarrn" ist kein "Schattenriß" zu sehen. Es bewahrheitet sich auch noch im 20. Jahrhundert: "daß die Wolken Wolken sind, / Das blaue Meer ein Meer".

Selbst Friedrich Nietzsche begeisterte sich für "die Unschuld des Südens". Wer singt schon gerne allein, gibt sein lyrisches Ich zu bedenken. Zumal die Geselligkeit der Liebe dient, während nördlich der Alpen nur ein Albtraum quält.

Von einer "wahren Wiedergeburt" schwärmte Goethe, die er bei seiner Ankunft in Rom spürte. Seine Äußerungen über Italien prägten das gegensätzliche Nord-Süd-Bild. Das leitet uns such heute noch, wenn wir die unterschiedlichen Mentalitäten vergleichen.

"Auch ich in Arkadien!" - Italien als Sehnsuchtsland der Dichter

Italien geriet seit Goethes Reise-Aufzeichnungen verstärkt zur Ideallandschaft. Die Fülle der Kunstwerke und die vielfältige Kulturgeschichte zogen Dichter und Maler an, überhaupt die Bildungshungrigen. Mit den Pinien und Zypressen, den Olivenhainen und Weinhängen erschien Italien als Sehnsuchtsland bald auch in Romanen, deren Verfasser - Joseph von Eichendorff beispielsweise - nie das Land besuchten.

Mit Sonne und Meer und der leichten Lebensart verlor das Land selbst für die Generation der 1968er nichts von seiner Utopie. Wolf Wondratscheks Rückblick auf die Umbruchsjahre zeigt es: "Einige träumten von einem Erwachen, / das radikaler sein sollte als jede Revolution. // [... Wir] drehten am Radio / und suchten die Straße / nach Süden."

Ob Paul Celans "Umbrische Nächte", Heinz Pionteks "Apulische Ebene" oder die Städte, voran Venedig, Ravenna und Rom, zur poetischen Einkehr einladen - die Gedichte sind meist eine Hommage, selbst wenn Schattenseiten zur Sprache kommen.

"Es reden die Steine von Rom, blühend im Neonlicht / Im Scheine der Jupiterlampen", dichtete Marie Luise Kaschnitz, die viele Jahre in Rom lebte. "Müllhaufen, Ratten / Bettgestelle" unter den Arkaden nimmt das lyrische Ich bei Rainer Malkowski wahr.

Doch das Elend wird in den Versen eher zum Thema einer Diskussion, die der scheinbar wichtigeren Frage des Desserts weicht: "Frutta? Dolce?" In der "teuren Trattoria" genauso wie "Zu Gast bei Emilio" gilt für das lyrische Ich: "Wirklich, ich fühle mich / hier deutlicher zuhause."

Auf! In virtueller Reisegruppe nach Italien!

Haben Sie Lust, am Donnerstag, den 29. Juni 2017, in den Süden aufzubrechen und diesem Mythos eine neue Spielart hinzuzugewinnen? Dann schließen Sie sich doch in der Lyrik-Schreibnacht der virtuellen Reisegruppe an. Ich freue mich auf Ihr Kommen.

Dolce far niente? Das trifft das gesellige Dichten wohl nicht ganz - zumindest auf das "Nichtstun" bezogen :-)

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