Lyrik trifft Kunst

Gedichte im Museum schreiben

Gedichte im Museum schreiben Videokunst Erika Wagner Seesicht Steg und Boote verfremdet hellblau orange
© Erika Wagner: "Seesicht" (2008)
Klicken Sie auf das Bild, um das Video zu sehen.

Das Bild ist mit die wichtigste Komponente der lyrischen Sprache. Warum sollen Sie sich also nicht direkt aus der Kunst Anregung holen und Gedichte im Museum schreiben?

Farbe, Perspektive, Form, Komposition, durchaus auch Rhythmus bilden Verbindungen zwischen den beiden Kunstsparten. Doch die Übersetzung eines Aquarells oder Ölbildes, einer Skulptur oder Collage in die Sprache stößt schnell an ihre Grenzen.

Die Gefahr der Bildbeschreibung lauert, das Gefühl, alles adäquat in das Gedicht hineintragen zu müssen, blockiert das Schreiben. Die poetischen und künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten lassen sich nicht eins zu eins angleichen. Unterschiedliche Sinneswahrnehmungen setzen andere Akzente. Wie geben Sie also Ihren Leser/innen genügend Spielraum für einen eigenen Ideenflug?

Die Einladung im Gedicht, über Kunstwerke zu diskutieren

Es geht um einen Dialog. Ein bereits vollendetes Kunstwerk beginnt zu sprechen, braucht Fragen, die seine eigene Fülle erschließen. Beim Transfer von einem ins andere Medium schiebt sich Ihre eigene Interpretation dazwischen. Warum sollten Sie also den Leser des Gedichts nicht zur Diskussion über das Kunstwerk einladen?

Im Kunstkurs unter den Lyrikthemen können Sie sich bereits intensiv auf den Austausch mit Bild und Skulptur einlassen. Die Reihe "Lyrik trifft Kunst" betont das  Erlebnis im Museum oder Kunstraum. Hier ist die "Aura der Werke" unmittelbar zu spüren und nimmt Einfluss auf Ihre innere Schreibhaltung und auf Ihr Dichten.

  • Lyrik trifft Kunst: Zu Cy Twomblys Werk Gedichte schreiben im Museum Brandhorst München