Heitere Gedichte

"Wenn Fische reden könnten! Na ich danke" (Mascha Kaléko)

Schreibnacht online | 28. Februar 2019

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Quelle: Pixabay

"Laß die Moleküle rasen", ruft Christian Morgenstern seinen Leser/innen zu. Bei Joachim Ringelnatz beginnt das lyrische Ich seinen Tag voller "Morgenwonne": "Ich bin so knallvergnügt erwacht. Ich klatsche meine Hüften." 

Etwas verhaltener klingt zwar der Gedichtanfang Peter Rühmkorfs. Doch auch hier sind Bewegung und Ton nicht zu leugnen: "Heute morgen mich plötzlich wieder mal / auf der Straße pfeifen gehört, … doch kein schlechtes Zeichen."

Voll Lust und Vergnügen im Gras

Gute Laune - was steckt dahinter? Oft die Liebe, vor allem wenn sie (nicht nur im Frühling) jung und frisch ist und in aller Unsicherheit noch Kapriolen schlägt. "Der Mittag liegt mit mir im Gras."  Welches innige und alles umfassende Weltgefühl stellt sich da ein, nicht nur bei Max Dauthendeys "Herzensfrau", sondern auch bei Klabund, wenn die Luft voller Duft das Rendezvous ankündigt: "Die Uhr schlägt drei. Am Horizont / Die ersten rosa Wolken ziehn." 

Keine Zeit für Trübsal

Vielleicht ist es überhaupt das Wissen um ein Du, ein geselliges Miteinander, das Trübsal und Langeweile auf einen Schlag beendet: "dein Atem / am zeitigen Morgen am Telephon", dichtet Friederike Mayröcker.

Dabei muss es nicht immer ein Mensch sein, der zum Wohlgefühl beiträgt. Das zeigt die "Annonce", von niemand Geringerem als von Johann Wolfgang Goethe verfasst: "Ein Hündchen wird gesucht". Und was wäre nur, "wenn Fische reden könnten!"  Mascha Kaléko bevorzugt zwar deren Stummsein als "weise Fügung" der Natur. Doch die Vorstellung, dass es auch anders sein könnte, gibt vergnüglichen Gedankenspielen Raum und lenkt so manches ernste Wort in neue Richtung.

Das Leben optimistisch betrachtet

"Kürzlich kam ein Wort zu mir, staubig wie ein Wedel". Natürlich hält Morgenstern ein probates Gegenmittel bereit. Und dass auch ein Verlust  Dichter nicht aufhalten kann, der Sprache heitere Seiten abzugewinnen, beweist Robert Gernhardt ungeachtet aller Wehmut: "Am Tag, an dem das   verschwand / da war die uft vo Kagen". 

Auf und heitere Gedichte in leichter Sprache verfasst!

Möchten Sie sich nicht dazu gesellen, um mit heiteren Versen vergnügliche Stunden zu erleben? Welchen Gewinn haben Sie dabei für das Dichten? Dass Sie Begebenheiten jeder Art aus einem optimistischen Blickwinkel betrachten und Ihrer Sprache Leichtigkeit verleihen, mit der Sie Ihre Leser/innen umso schwerer beeindrucken. Sie sind bei dieser fröhlichen Schreibnacht am Donnerstag, den 28. Februar 2019 - ab 19 Uhr - herzlich willkommen.

Auf der Startseite zur Schreibnacht finden Sie noch ergänzende Informationen zur Anmeldung und zum allgemeinen Veranstaltungsablauf. Zur direkten Buchung geht es gleich hier:

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