Poetische Vorbilder und Reminiszenzen

"Der Droste würde ich gern Wasser reichen" (Sarah Kirsch)

Schreibnacht online | 29. August 2019

Poetische Vorbilder | bunter Federkranz aquareliert | Lyrik-Schreibnacht
© AndreYanush | Depositphotos

Ein leeres Blatt Papier mag manchmal blockieren, aber mit anderem Blickwinkel kann es sich schnell füllen. Dichtung entsteht nicht aus dem Nichts; es gibt sie seit Urzeiten.

Vermutlich haben wir nicht nur den einen oder anderen Lieblingsdichter, sondern sogar poetische Vorbilder. Wahrscheinlich gibt es auch Texte, die uns über Jahre begleiten. Warum also nicht antworten, Lieblingszeilen aufnehmen, ins poetische Zwiegespräch mit den geschätzten Autor/innen kommen?

Im Zitat an poetische Vorbilder anknüpfen

"Füllest wieder Busch und Tal / oder: Einsamer nie / als im August, oder auch: / Die Nacht schwingt ihre Fahn" - mit solcherlei Zitaten beruft sich Hans Magnus Enzensberger in seinem Gedicht "Altes Medium" auf seine berühmten Vorgänger Goethe, Benn und Gryphius.

Peter Rühmkorf turnt auf dem dichterischen Hochseil "zwischen Freund Hein und Freund Heine". Mörikes blaues Band flattert auch bei Ernst Jandl und Karl Krolow. Lutz Rathenow findet in "Buckow, am See" Stille zur Reflexion, Yaak Karsunke antwortet auf Bert Brecht mit "Matti wechselt das rad".

Auf poetischer Spurensuche

Ob Hölderlin oder Celan, Chlebnikow oder Wallraff in den Texten ihrer Dichterkollegen genannt und zitiert werden, Fäden spannen sich: Sie knüpfen ein Netz, in dem die Inspiration überspringen kann.

Den Spuren Bettina von Arnims oder denen der Droste folgt Sarah Kirsch. In ihren Zeilen lässt sie die beiden Ahninnen lebendig werden und bringt sie uns nahe: "Dieser Abend, Bettina, es ist / Alles beim alten." Auch wir sehen beim Lesen "in alte Spiegel", verstehen, warum es Gewinn wäre, (nicht nur) der Droste - im doppelten Wortsinn - das Wasser zu reichen.

Im Austausch Klarheit über das eigene Schreiben gewinnen

Bringen Sie Ihre Lieblingsdichter/innen doch einfach virtuell in die Runde mit :-) Indem Sie poetische Vorbilder vorstellen, sich mit ihren Texten auseinandersetzen, kommen Sie auch Ihren persönlichen Schreibidealen auf die Spur.

In solcher Reflexion grenzen Sie sich zugleich ab - ein wichtiger Schritt, um Ihren eigenen Stil zu klären. Daher sind Sie zu diesem besonderen "Dichter-Treffen" am 29. August 2019 - ab 19 Uhr - herzlich eingeladen. Ich freue mich auf unseren Austausch.

Auf der Startseite zur Schreibnacht finden Sie noch ergänzende Informationen zur Anmeldung sowie zum allgemeinen Veranstaltungsablauf. Zur direkten Buchung geht es gleich hier:

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