Lyrik trifft Kunst
Gedichte im Museum schreiben
Das Bild ist mit die wichtigste Komponente der lyrischen Sprache. Warum sollen Sie sich also nicht direkt aus der Kunst Anregung holen und Gedichte im Museum schreiben?
Farbe, Perspektive, Form, Komposition, durchaus auch Rhythmus bilden Verbindungen zwischen den beiden Kunstsparten. Doch die Übersetzung eines Aquarells oder Ölbildes, einer Skulptur oder Collage in die Sprache stößt schnell an Grenzen.
Die Gefahr der Bildbeschreibung lauert, das Gefühl, alles adäquat in das Gedicht hineintragen zu müssen, blockiert das Schreiben. Die poetischen und künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten lassen sich nicht eins zu eins angleichen. Unterschiedliche Sinneswahrnehmungen setzen andere Akzente. Wie geben Sie also Ihren Leser:innen genügend Spielraum für einen eigenen Ideenflug?
Eine Einladung, in Gedichten über Kunstwerke zu diskutieren
Es geht um einen Dialog. Ein bereits vollendetes Kunstwerk beginnt zu sprechen, braucht Fragen, die seine eigene Fülle erschließen. Beim Transfer von einem ins andere Medium schiebt sich Ihre eigene Interpretation dazwischen. Warum sollten Sie also den Leser des Gedichts nicht zur Diskussion über das Kunstwerk einladen?
Im Kunstkurs unter den Lyrikthemen können Sie sich bereits intensiv auf den Austausch mit Bild und Skulptur einlassen. Die Reihe "Lyrik trifft Kunst" betont das Erlebnis im Museum oder Kunstraum. Hier ist die "Aura der Werke" unmittelbar zu spüren und nimmt Einfluss auf Ihre innere Schreibhaltung und auf Ihr Dichten.
Die beiden Schreibtage zum Werk Cy Twomblys finden voraussichtlich im Frühjahr und Herbst 2026 im Museum Brandhorst München unter folgendem Motto statt:
- Den Krieg im Blick – Cy Twomblys Bilderzyklus zur Seeschlacht von "Lepanto"
- Poetische Einschreibungen in Gemälden und Zeichnungen Twomblys – nicht nur am Beispiel seiner Rosen-Serie mit Gedichtzeilen von Ingeborg Bachmann und Rainer Maria Rilke
Weitere Details und die genauen Termine erfahren Sie Ende Januar 2026.
