Einhorn, Drache und Sphinx – Fabeltiere im Gedicht

"Der Wald ist leer, das Einhorn fort" (Durs Grünbein)

Schreibnacht online | 25. März 2021

Fabeltiere – Wesen, die es nicht gibt und die dennoch auf Kunstwerken, in Märchen und Geschichten lebendig sind, halten Einzug in die Schreibnacht. Einhorn, Sphinx und Drache sind die Hauptakteure, die durchaus auch im modernen, ja zeitgenössischen Gedicht auftauchen.

Es braucht vielleicht nur Rose Ausländers "Traumfaden" zurück, um fündig zu werden: "Auf einem Gobelin/ steht das Einhorn/ eine Silberwelle im Wald". Ebenso setzt Rainer Maria Rilke dem "reinen Tier" ein Denkmal. Aus der Imagination der Menschen hat das Fabelwesen so viel Kraft gewonnen hat, "daß es aus sich ein Stirnhorn trieb".

Sphinx und Drache - ein nicht immer ernstes Motiv

Vom Schweigen der Sphinx weiß Heinrich Heine in seinem "Buch der Lieder". Auch Detlef von Liliencron sichtet das oft geflügelte Fabelwesen im Grünen: "Und schweigt, und schweigt, und läßt auf Antwort warten –/ Im stillen Garten schwatzen nur die Spatzen."

Solcher Stille macht der Drache mit seinem Feueratem und Fauchen schnell den Garaus. Doch selbst wenn das Ungeheuer "mit grausigem Randal" – so bei Wilhelm Busch – aus der Höhle hervorbraust, treten ihm nicht erst seit Friedrich Schiller kühne Ritter siegreich entgegen. Oder hat am Ende Rainer Maria Rilke recht, wenn er in einem Brief schreibt: "Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten, uns einmal schön und mutig zu sehen."

Auf in die Schreibnacht und die Fabeltiere neu versammelt!

Friedfertig zeigt sich das einst machtvolle Drachenwesen, wenn es im Herbst in den Lüften schwebt. Ob es verträglich bleibt? Oder ungestüm ausbrechen will, wenn es Peter Hacks Verse vernimmt: "Der Drachen ist ein komisches Geflügel./ Er schaukelt überm Feld und überm Hügel".

Auch der Dichter Said lässt sich nicht mehr ernsthaft auf die Fabeltiere ein. Er spricht von einfältigen Einhörnern. Nicht anders verhält es sich bei Christian Morgenstern. Bei ihm lebt das Tier "von Ort zu Ort/ nur noch als Wirtshaus fort." Welche Konsequenz sich für uns Menschen daraus ergibt? Das erfahren Sie am 25. März 2021, ab 19 Uhr in der Online-Schreibnacht. Ich freue mich, wenn wir auf poetischen Streifzügen alten und neuen Fabelwesen auf der Spur sind.

Falls Sie noch organisatorische Details und Informationen zur Anmeldung brauchen, finden Sie diese auf der Startseite zur Schreibnacht.  Zur direkten Buchung geht es gleich hier:

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